Leseprobe "Im Augenblick des Todes"

von Giorgio Faletti

LIED VON DER FRAU, DIE EIN SEEMANN SEIN WOLLTE

 

Jetzt, erst jetzt

da mein Blick sich mit dem Meer vereint

zerreiß ich diese Stille

die mir den Traum verneint

aufgereiht die Schoten und abertausend Seemannsknoten

und Spuren von Schlangen, kalt und träg

mit ihrem unnatürlichen Gang

und Linien auf dem Mond, ein Land

nachdem die Hand vergebens greift und das Herz, dieses seltsame Herz

das, an die Klippe gebannt, doch in der Ferne weilt.

 

Jetzt, erst jetzt

da mein Blick das Meer umfängt

versteh ich, wer die Sirenen gesucht

wer ihren Gesang zu lieben vermocht

die Gedanken so süß wie am Tag

des Festes die Datteln mit Honig

und stark wie der Wind, der zur Qual gerinnt

und den Menschen das Herz zerreißt und den Segeln

also gibt es nicht Ruhm noch Lust

als Trank oder Speise

noch einen Windmühlenstein

der diesen Felsblock im Herzen zermalme.

 

 

 

In dem Krimi wird man nichts über Seefahrt finden. Aber alles andere ist vorhanden. Kunst, Künstler (wahre Künstler und Abwegiges, Abartiges), Liebe und Leid und Übersinnliches und Unnatürliches auch.

 

gelesen und für gut befunden

Walburga Weigmann 

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