Mondgedicht

Wandel

 

Mond

du warst schon da vor allen Dingen,

als kinderliedersingend wir durchs Leben gingen

 

Der Wind fuhr durch mein weiches Haar.

Ich selbst ein Teil des Lebens war

 

erfüllt von ungeduld'ger Fröhlichkeit,

voll Hoffnung, Frechheit und auch Ängstlichkeit.

 

 

Mond,

wenn du schienst wollt' ich mich spüren,

die Haut des Liebsten stets berühren.

 

War traurig, wenn allein ich war,

doch meistens war der Liebste da.

 

Hab' viel geweint und viel gelacht,

war glücklich meist in jeder Nacht

 

 

Mond,

manchmal kann man dich nicht sehen,

und deshalb kann ich nun verstehen,

 

So mancher Mensch will dich vergessen,

sich selbst nicht spüren, nur noch essen.

 

Das Leben kommt, das Leben geht.

So ist es auch für mich schon spät.

  

 

Mond,

wir Menschen haben nicht

zu jeder Zeit die gleiche Sicht

 

In Jugendzeiten sah ich dich am Abend gern.

Nun bist du für mich ein Morgenstern

 

Wenn ich den Tag schon früh beginn,

Lenkst du meinen Blick nach oben hin.

 

Meerjungfrau
Meerjungfrau

Die digitale Bearbeitung meines noch unvollendeten Elementebildes finde ich ganz gut gelungen. Ein Unterwassergefühl, der Blick schweift nach oben zur sonnenbeschienenen Wasseroberfläche - oder zum Mondlicht?

 

Auf jeden Fall hat mich das Bild zum Mondgedicht inspiriert.

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Kommentare: 3
  • #1

    Walburga Weigmann (Donnerstag, 21 April 2011 10:41)

    In der 1.Fassung hieß es in der letzten Zeile: Lenkst du meinen Blick zum Himmel hin.

    Dann dachte ich, Himmel oder Universum? Also: Lenkst du meinen Blick zum Universum hin.

    Aber sollte es dann nicht heißen: ins Universum? Oh je, das schießt dann aber über das Ziel hinaus! Hört sich an, als näme ich frühmorgens schon harte Drogen! Himmel hingegen klingt nach religiöser Andacht, schlösse also das Universum mit ein. Das schlichtere Wort ist also viel größer als ich dachte. So bedeutungsvoll ist der morgentliche Blick nun auch wieder nicht - too much und kitschig! Die Richtung, "nach oben" reicht doch aus, oder?

  • #2

    Lady Jane (Donnerstag, 21 April 2011 22:14)

    Liebe Walburga,
    es ist immer wieder erstaunlich, deinen unverwechselbaren Stil zu lesen... Bioäther in Salsasoße mit pikanter Kritik, schonungslos ehrlich, aber lyrisch zart, beobachtend, sezierend, aber poetisch gekleidete Worte, die körperlich werden, wo der Geist von sich behauptet, nur im Kopf zu leben... Wahrlich - bioätherische Kunstfasern in Echtleder! Good night, Moonshine Lady Es grüßt zur Zeit in Steele - Lady Jane. Mein derzeitiges Lesevorhaben: Überredung - ein Buch von Jane Austen. Eine andere Lady Jane.

  • #3

    Walburga Weigmann (Freitag, 17 Juni 2011 00:25)

    Manchmal ist ein Gedicht ein schönes Geschenk, kürzlich bekam ich folgende Mail:

    im Mondlicht weise
    still und leise
    einen Traum gemalt im Geist
    der Schleier der Ruhe
    niemals mehr
    zerreißt.

    Jana Paul