Die Lavendelfrau

"Joshua Henderson hat mir erklärt, dass die Menschen sich deshalb so wenig miteinander verstehen, weil wir alle in unterschiedlichen Welten leben. dem einen ist angenehm warm, während der andere sich kaputtschwitzt und noch ein anderer fröstelt - alle im selben Zimmer. Es läge an uns selbst und unserer speziellen Temparatur sowie unserer Sicht der Dinge. Ebenso, meint Josh, könne man urplötzlich aus einer dieser grundeigenen Welten in eine andere geraten."

so beginnt der Roman von Dagmar Seifert. (Ich habe se schon immer gewusst! Wenn z.B. meine Mutter mir Ereignisse aus der Zeit meiner Kindheit erzählt, kann ich nicht glauben jemals ein Leben mit ihr geteilt zu haben. Wir befanden uns in der selben Wohnung aber in einem völlig anderen Universum! Die Kluft ist nicht zu überbrücken, einer von uns würde aus seinem Leben in das des anderen fallen - oder vielleicht sogar in ein bodenloses, schwarzes Loch! Natürlich sieht mich auch keiner so, wie ich mich sehe. Das lässt also den Schluss zu, dass alle Beziehungen auf Irrtümern beruhen, oder?)

 

Aber das ist nur eines der vielen Themen dieses klugen Buches. Es geht um Kontrolle, es geht um die Lüge und die segensreiche Schwindelei, um Leidenschaft und Hingabe und um das Weinen und ist dabei so humorvoll geschrieben, dass ich, kaum damit fertig, am liebsten wieder von vorn beginnen möchte.

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